Fachinformation:
Psychedelika (LSD und Zauberpilze) – Mischkonsum
[Psychedelische Indolalkaloide]

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8. Hinweise zur Dosierung

LSD-Dosierungen:

LSD wird heute meist in Form von kleinen Papiertrips (beispielsweise mit Comicmotiven oder traditionellen Symbolen) auf dem Schwarzmarkt angeboten. Auf einem Trip sind durchschnittlich 80 Mikrogramm (1 Mikrogramm = 1 Millionstel Gramm) LSD aufgeträufelt. Der Gehalt der Trips kann aber zwischen 25 und 250 Mikrogramm LSD schwanken. Besonders hoch dosiert sind meistens die in sehr kleinem Format zubereiteten Mikrotabletten (Micros). Sie enthalten nicht selten 200 bis 250 Mikrogramm LSD. In der folgenden Tabelle sind Dosierungen und ihre Effekte aufgelistet. 28 *

 
  Dosierung (LSD)   Effekt
25 bis 50 Mikrogramm Schwellendosis, um erste leichte körperliche und schwache psychische Effekte zu spüren.
50 bis 100 Mikrogramm Heute üblicherweise auf Parties eingesetzte Dosierung mit mittleren körperlichen und psychischen Effekten, eher selten mit richtigen Halluzinationen verbunden.
250 Mikrogramm Von Albert Hofmann bei seinem ersten freiwilligen LSD-Trip eingenommene Dosis.
300 bis 500 Mikrogramm In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts von den Hippies bevorzugte Dosierung mit starken körperlichen und psychischen Effekten, oft mit richtigen Halluzinationen verbunden.
500 bis 1.000 Mikrogramm Hohe Dosierung, die bei der psychedelischen Therapie eingesetzt wird.

 

Zauberpilz-Dosierungen:

Die übliche Dosis liegt bei 10 bis 20 Milligramm Psilocybin, das entspricht einem bis vier Gramm getrockneter oder 10 bis 40 Gramm frischer Pilze. Als Groborientierung kann gelten, dass 10 mg halluzinogene Stoffe (Psilocybin, Psilocin und auch Beaocystin) in etwa 2 Gramm getrockneten Stropharia cubensis, 1 Gramm getrockneter respektive 10 Gramm frischer Psilocybe semilanceata oder 0,5 Gramm getrockneter respektive 5 Gramm frischer Psilocybe cyanescens oder auch Psilocybe azurescens enthalten sind.

 
  Dosierung (Psilocybin)   Effekt
3 Milligramm Schwellendosis, um erste leichte körperliche und schwache psychische Effekte zu spüren.
5 bis 10 Milligramm Halluzinationen werden in Form schnell fließender und überaus farbenprächtiger Bilder bei geschlossenen Augen wie in einem "Film" (im Zustand eines Wachtraumes) erlebt. Bis zu dieser Menge wirkt Psilocybin antriebssteigernd und wirkt somit auf Parties in dieser Dosierung auch tanzfördernd.
Ab etwa 10 Milligramm Die von den Augen wahrgenommene Umwelt wird in andere Formen und Farben uminterpretiert (visuelle Halluzinationen).
Ab etwa 20 Milligramm Starke Bewusstseinsveränderungen treten auf. Beispielsweise kann man zeitweise des Glaubens sein, sich an einem völlig anderen Ort in einer völlig anderen Zeit zu befinden. Körperlich kann es dabei zu Gleichgewichtsstörungen kommen. Zudem sind allgemeine Schwierigkeiten bei der Orientierung zu erwarten. Tanzen ist bei solchen Dosierungen selten noch möglich.
50 bis 100 Milligramm Hohe Dosierung, die bei der psychedelischen Therapie und speziellen psychotherapeutischen Sitzungen eingesetzt wird.

 

9. Safer Use

Ein absolut risikofreier Gebrauch von Zauberpilzen ist nicht möglich, obwohl das Allgemeine Risiko, Schaden zu nehmen, dass beim Gebrauch dieser Pilze eingegangen wird, als sehr niedrig bezeichnet werden kann. Auch bei LSD ist das Risiko, Schaden zu nehmen, sehr gering, wenn man die "Safer-Use-Regeln" einhält. Wer jedoch unter ungünstigen Bedingungen (unpassendes Set und Setting) diese Substanzen konsumiert, geht ein recht großes Risiko ein, unangenehme Erfahrungen machen zu müssen.

  • Auf eine psychedelische Reise sollte man sich geistig sehr gut vorbereiten und sich genau überlegen, was man eigentlich mit dem Trip erreichen will. Wer Angst hat (egal wovor), sollte es unbedingt sein lassen und keinen Trip nehmen!

  • Bei der Anwendung von psychedelischen und halluzinogenen Drogen ist es extrem wichtig, dass man sich in der Konsum-Atmosphäre wohl und behaglich fühlt und man zu allen Menschen, die dabei sind, ein vertrauensvolles, harmonisches Verhältnis hat. Man darf keine Angst, sollte aber ausreichend Respekt vor der Wirkung der eingenommenen Substanzen haben. Man sollte auf jeden Fall körperlich fit und seelisch ausgeglichen sein.

  • Um sich bei unbekanntem Wirkstoffgehalt vor allzu bösen Überraschungen wenigstens in einem gewissen Maß zu schützen, sollte man, vor allem wenn man noch unerfahren ist, bei getrockneten Pilzen maximal ein bis zwei Gramm und bei LSD höchstens einen Trip einnehmen.

  • LSD und Zauberpilze nie auf vollen Magen konsumieren!

  • Nur Leichtsinnige und Narren nehmen Halluzinogene ohne Beisein erfahrener Freunde.

  • In unstrukturierten Partysituationen (zum Beispiel auf Megaraves) kann eine übermäßig lang andauernde und nicht zu verkraftende Reizüberflutung zu Panikanfällen und/oder Orientierungsverlust führen. Deshalb sollte vor der Substanzeinnahme immer darauf geachtet werden, dass man einen Platz zur Verfügung hat, wo man sich in Ruhe entspannen kann!

  • Bei Panikanfällen oder Horrortrips muss der Betroffene zunächst schnell in eine ruhige Umgebung (zum Beispiel an die frische Luft) gebracht werden. Zudem sollte man Körperkontakt halten und versuchen, durch sanftes, gutes und gezieltes Zureden den "Gestrandeten" auf bessere Gedanken zu führen. Sollte auch dies nichts nützen, sollte man sich nicht scheuen, einen Arzt zu rufen. Der Arzt sollte unverzüglich über Art und Menge der konsumierten Substanzen aufgeklärt werden – denn nur er darf gegebenenfalls notwendige Medikamente (beispielsweise Valium, Neuroleptika verabreichen.

  • Das Verabreichen von Getränken (Fruchtsäfte, Mineraldrinks, Tee) hat oft eine beruhigende und entspannende Wirkung.

  • Wer beim Sex das Infektionsrisiko von HIV und anderen Geschlechtskrankheiten minimieren will, sollte den Gebrauch von Kondomen auch auf psychedelischen Reisen einbeziehen.

  • Psychedelische Reisen sollten Ausnahmeerlebnisse bleiben und auf keinen Fall regelmäßig an jedem Wochenende zelebriert werden. Zur Erholung sollte man sich, wenn möglich, ein paar (arbeitsfreie) Tage Zeit gönnen.


 

10. Warnung vor LSD-Falsifikaten

25I-NBOMe, 25B-NBOMe und 25C-NBOMe sind hochpotente, halluzinogene Derivate der Phen­ethylamine aus der sogenannten "2C-X-Serie" wie 2C-I, 2C-B und 2C-C. Die Bezeichnung "2C-X" steht für eine Serie von Phenethylaminen, die zwei Methoxygruppen an den Positionen zwei und fünf am Benzolring enthalten. Das Kürzel "2C" wurde von Alexander Shulgin eingeführt, da diese Mole­küle zwei Kohlenstoffatome zwischen dem Benzolring und der Aminogruppe enthalten. "X" steht für ein weiteres Atom, z.B. B für Brom oder I für Iod. Es kommt immer wieder vor, dass auf als LSD angebotenen Trips (Filze) statt LSD ein NBOMe aus der "2C-X-Serie" detektiert wurde. Trips, die ein NBOMe aus der "2C-X-Serie" enthalten könnten, erkennt man an einem markant bitteren Geschmack – LSD ist hingegen geschmacklos, also weder bitter noch sauer oder süß.

Trips, die ein NBOMe aus der "2C-X-Serie" enthalten könnten, erkennt man an einem markant bitteren Geschmack – LSD ist hingegen geschmacklos, also weder bitter noch sauer oder süß. Die chemische Substanz 4-Brom-2,5-dimethoxyphenylethylamin (2C-B) gehört strukturell zu dieser Gruppe und ist auch bekannt unter folgenden Namen: Bromo, Erox, Nexus und Venus. Diese Substanz fördert die Libido und wurde in den meisten Ländern kurz vor oder nach der Jahrtausendwende als "Designerdroge" verboten. In der Folge wurde als Ersatz 2C-I vermehrt konsumiert, bis auch diese Substanz verboten wurde. Und so folgten weitere Substanzen aus dieser Gruppe, bis sie verboten wurden. Doch nach der Jahrtausendwende wurden neue Varianten dieser Gruppe entwickelt unter Hinzufügung einer Methoxybenzylgruppe. Diese auch NBOMe genannten Stoffe sind zum Teil um ein Vielfaches wirksamer als die Ausgangssubstanz. Die Dosierungen liegen im Mikrogrammbereich wie beim LSD. Doch anders als beim LSD sind Überdosierung bei diesen Stoffen lebensgefährlich.

2C-I-NBOMe (auch 25I-NBOMe genannt) oder 2C-H-NBOMe (25H-NBOMe) sind zwar im Kreise erfahrener Psychonautiker recht beliebte Substanzen, doch bergen sie ein weit größeres Gefahren­potenzial als LSD. Die mittleren Dosierungen liegen bei 500 bis 800 Mikrogramm, die Wirkdauer beträgt im Schnitt etwa 12 Stunden. Visuelle Effekte stellen sich zwar ein, stehen aber weniger im Vordergrund als bei LSD. Im Unterschied zu LSD weisen Filze mit NBOMeVerbindungen einen sehr bitteren Geschmack auf.

NBOMe-Verbindungen wirken direkter und schneller, wenn sie sublingual (unter der Zunge) über die Schleimhäute aufgenommen werden. Wenn die Substanzen oral eingenommen werden, kann es zu einer schwächeren und/oder zeitlich verzögerten Wirkung kommen. Dadurch besteht die Gefahr, dass nachdosiert und ungewollt überdosiert wird. NBOMe-Verbindungen stehen im Zusammenhang mit einigen Todesfällen in Europa wie auch in den USA. Verschiedene Meldungen weisen darauf hin, dass es zu einer peripheren Blutgefässverengung kommen kann, welche medizinisch behandelt werden muss.

DOC (2,5-Dimethoxy-4-chloroamphetamin) führt zu starken visuellen Effekten, Euphorie und einer intensivierten Wahrnehmung von Musik und Bewegungen. Ansonsten existieren über DOC nur wenige Informationen. Als wirksame Dosierungen werden 1 mg bis 5 mg angegeben. 29 * DOC kann zu Brustschmerzen, Gefässverengungen und Übelkeit führen. Aufgrund des späten Wirkungseintritts bei DOC nach bis zu 3 Stunden besteht die Gefahr einer Überdosierung. Die sehr lange Wirkdauer von 12 bis zu 20 Stunden sollte unbedingt berücksichtigt werden. Trips, die DOC enthalten könnten, erkennt man an einem markant bitteren Geschmack – LSD ist hingegen geschmacklos, also weder bitter noch sauer oder süß.

DOB (2,5-Dimethoxy-4-bromamphetamin) ist ein wirkungsstarkes psychedelisches Halluzinogen. Chemisch gehört es zur Strukturklasse der Amphetamine. DOB ist bereits in Dosen von 1 mg bis 3 mg wirksam und hat eine sehr lange Wirkdauer von 18 bis 30 Stunden. Die Wirkung setzt erst recht spät ein. DOB scheint u.a. eine entaktogene Wirkung zu haben und vor allem das Farbempfinden und den Tastsinn zu verstärken. Hohe Überdosierungen können zu schweren Vergiftungen und Lähmungs­erscheinungen führen, auch Todesfälle wurden schon dokumentiert. 30 * Bereits bei der oben angegebe­nen Wirkungsdosis wurden von Konsumenten physische Nebenwirkungen wie Tremor und Krämpfe berichtet.Wie andere 2,5-Dimethoxy-4-substituierte Amphetamine wirkt DOB unter anderem als Ago­nist der Serotonin-Rezeptoren 5-HT2A/2C. Trips, die DOB enthalten könnten, erkennt man an einem markant bitteren Geschmack – LSD ist hingegen geschmacklos, also weder bitter noch sauer oder süß.

Im Jahr 2019 wurden in Zürich 124 LSD-Filze (Pappen) analysiert, sowie 81 flüssige LSD-Proben. Diese wurden in der Auswertung nicht berücksichtigt. 2019 enthielten die im Drogeninformations­zentrum (DIZ) in Zürich und bei den mobilen Drug-Checkings analysierten LSD-Filze durchschnitt­lich 98,2 µg LSD. Das sind 15,5 µg mehr als im Vorjahr. Die Spannweite reichte von 3,2 µg bis 361,3 µg LSD pro Filz. 60,0 % der LSD-Filze enthielten weniger als 100 µg LSD (-8 %) und 25,0 % enthielten zwischen 100 und 150 µg (+3,0 %). Bei 15,0 % der Filze wurde eine Warnung erstellt, da diese mehr als 150 µg LSD enthielten (+6,0 %). Bei 2,4 % der Proben (= 3 Filze) handelte es sich um Falschdeklarationen; davon enthielt je 1 Filz eine NBOMe-Verbindung, ALD-52 und 1A-AL-LAD. Vor paar Jahren waren die NBOMe-Verbindungen weit mehr verbreitet. Im Jahr 2014 enthielten etwa acht Prozent der untersuchten Filze (Pappen) eine NBOMe-Verbindung, im Jahr 2015 nur noch etwa vier Prozent. In den folgenden Jahren waren es nur noch eine oder gar keine Probe, in der eine solche Verbindung festgestellt wurde. 31 *

 

11. LSD-Analoga – ALD-52, 1A-AL-LAD, 1P-LSD, 1B-LSD, 1cP-LSD

Die Substanzen 1P-LSD, 1B-LSD und 1cP-LSD sind chemisch mit LSD eng verwandt und zählen zur Strukturklasse der Ergoline, genauer zu den Lysergamiden. Diese Substanzen fallen nicht unter die Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes sondern – und dies nur teilweise – unter die Regeln des Gesetzes zu neuen psychoaktive Stoffe (NpSG) und werden als "LSD-Alternative" angeboten. Dabei handelt es sich um sogenannten "Prodrugs", also um Substanzen, die im Körper zu LSD umgewan­delt werden. 1P-LSD, 1B-LSD und 1cP-LSD werden als Filze oder in flüssiger Form angeboten und können oral oder sublingual eingenommen werden.

  • ALD-52 (1-Acetyl-D-lysergsäurediethylamid) ist eine psychedelisch wirkende psychotrope Substanz und Forschungschemikalie. ALD-52 ist ein Derivat der Lysergsäure, die als Mutter­kornalkaloid natürlich vorkommt, sowie ein Analogon von LSD und ein Acyl-Homolog von 1P-LSD und 1B-LSD. ALD-52 war Gegenstand der Ergolin- und Psychedelikaforschung in den 1960er Jahren und zeigt die gleichen Effekte wie LSD. 32 *

  • 1A-AL-LAD (1-Acetyl-6-Allylnorlysergsäurediethylamid) ist ein LSD-Analogon, welches sich im Körper zu AL-LAD umwandelt und somit eine Prodrug von AL-LAD darstellt. Die psychoaktive Wirkung von 1A-AL-LAD ist deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit mit der von AL-LAD vergleichbar und somit auch mit der von LSD. Die Wirkung ist der von LSD sehr ähnlich, es gibt aber dennoch deutliche Unterschiede. 1P-LSD ist weitaus näher an der LSD Wirkung als AL-LAD es ist. Einige Konsumenten beschreiben die Wirkung als etwas freundlicher, sanfter und weniger kopflastig, die Potenz ist vergleichbar mit der von LSD, wird aber von einigen Usern als etwas weniger potent wahrgenommen. 33 *

  • 1P-LSD (1-Propionyl-Lysergsäurediethylamid) ist ein Psychedelikum der Lysergamid-Klasse, das ein Derivat und ein funktionelles Analogon von LSD und ein Homolog von ALD-52 ist. Es wird seit 2015 als Designerdroge verkauft. Es modifiziert das LSD-Molekül, indem es dem Stickstoffmolekül des LSD-Indols eine Propionylgruppe hinzufügt. Viele Einzelberichte weisen darauf hin, dass 1P-LSD beim Menschen eine etwas kürzere Dauer als LSD hat, wobei die Mehrheit der Anwender angibt, dass sie die qualitativen Auswirkungen von 1P-LSD nicht von LSD unterscheiden können. 34 *

  • 1B-LSD (1-Butyryl-D-lysergsäurediethylamid) ist eine psychedelisch wirkende psychotrope Substanz und Forschungschemikalie. 1B-LSD ist ein Derivat der Lysergsäure, die in Mutter­kornalkaloiden natürlich vorkommt, sowie ein Analogon von LSD und ein Homolog von 1P-LSD und ALD-52. Man geht davon aus, dass 1B-LSD (wie auch die Acyl-Homologe 1P-LSD und ALD-52) im Körper unter Abspaltung von Buttersäure zu LSD deacyliert wird, was Untersuchungen mit menschlichem Blutserum zeigten.

  • 1cP-LSD (1-Cyclopropionyl-D-lysergsäurediethylamid) ist eine psychedelisch wirkende psychotrope Substanz und Forschungschemikalie. 1cP-LSD ist ein Derivat der Lysergsäure, die in Mutterkornalkaloiden natürlich vorkommt, sowie ein Analogon von LSD und ein Homolog von 1P-LSD und ALD-52. Man geht davon aus, dass 1cP-LSD (wie auch die Acyl-Homologe 1P-LSD und ALD-52)[4][5] im Körper durch Carboxylesterase zu LSD deacyliert wird, was Untersuchungen des menschlichen Blutserums zeigten. 35 *


 

12. Mischkonsum

Die Kombination zweier oder mehrerer psychoaktiver Substanzen innerhalb einer kurzen Zeitspanne oder über den Zeitraum einer Nacht verteilt, kann sehr reizvoll, anregend und kommunikativ sein, kann aber auch zu einer besonders starken Belastungsprobe für Körper und Psyche werden und erhöht somit vor allem für unerfahrene Drogengebraucher die Gefahr unangenehmer Zwischenfälle. Es gilt darum zuvor genau zu überlegen, was man sich vom gleichzeitigen Konsum mehrerer psychoaktiver Substanzen unterschiedlicher Wirkungsart erhofft und ob die Effekte, die man für sich erwartet, das Risiko, das man dabei eingeht, rechtfertigen. Die Wirkung, die eine Kombination zweier oder mehrerer Substanzen auslösen kann, ist nicht immer im voraus einschätzbar und entspricht in der Regel nicht der Summe der Einzelwirkungen aller eingenommenen Substanzen. Wenn man also trotz gesundheitlicher Risiken mehr als nur eine oder zwei Substanzen an einem Abend einnimmt, sollten – nicht nur aus Sicherheitsgründen – ein paar Freunde oder Bekannte wissen, was für Substanzen genommen wurden. Bei einem Notfall können dann die Freunde einem durch diese Information nicht nur schneller und effizienter helfen, sondern sie können sich auch ganz allgemein besser auf einen einstimmen und gewisse Dinge gemeinsam mit einem erleben und genießen, die sonst sowohl ihnen wie auch einem selbst vielleicht unerreichbar geblieben wären.

 

LSD und Ecstasy (MDMA)

LSD hat eine ähnliche Molekularstruktur wie der körpereigene Neurotransmitter Serotonin. LSD und einige Serotoninrezeptoren sind miteinander kompatibel, so dass LSD an diese Rezeptoren andocken kann. Die Besetzung dieser Rezeptoren durch LSD-Moleküle vermittelt dem zentralen Nervensystem eine ähnlich strukturierte Botschaft wie nach einer erhöhten Serotoninausschüttung, ohne dass dabei auf die körpereigenen Vorräte zurückgegriffen werden muss. Da LSD ohne Verbrauch von Serotonin eine erhöhte Aktivität auf der Rezeptorseite des serotonergen Systems bewirkt, kann LSD auch ein Wirkungspotenzial entfalten, wenn die körpereigenen Reserven bereits weitgehend aufgebraucht sind, zum Beispiel nach exzessivem MDMA-Konsum. Der Wirkmechanismus auf der pharmakologischen Ebene, der durch eine LSD-Einnahme eingeleitet wird, funktioniert somit auch nach dem Genuss von MDMA. Da LSD den Verbrauch von körpereigenen Serotoninreserven nicht stimuliert, kann nach dem Konsum von LSD auch MDMA, MDE oder MBDB eingenommen werden, ohne dass mit einer Einschränkung der Wirkungsentfaltung gerechnet werden muss. Ecstasy und LSD sind miteinander kompatibel.

LSD und MDMA werden oft zusammen konsumiert. Besonders beliebt sind Bowlen, die an privaten Parties dargereicht werden und beide Wirkstoffe enthalten (50 Mikrogramm LSD und 50 Milligramm MDMA pro Person). Diese Wirkstoffkombination ist im Allgemeinen gut verträglich, es kommt so gut wie nie zu irgendwelchen Problemsituationen. Hier zeigt sich, dass LSD eher die Wirkung von MDMA verstärkt als umgekehrt. Die empathischen Gefühle werden klarer und tiefer empfunden als bei MDMA alleine. Anderseits verliert MDMA in dieser Kombination etwas von seiner alles einlullenden emotionalen Weichspülerfunktion. Das heißt, die Fähigkeiten zur kritischen Auseinandersetzung und klaren Einordnung der Gefühlswelten sind weit besser ausgeprägt als nach dem alleinigen Konsum von MDMA.

MDMA wird von vielen gerne nach einem LSD-Trip genommen, besonders wenn man auf Trip lang andauernden Sex hatte. Dann hat MDMA die Funktion einer Entspannungs- und Kuscheldroge. Vor allem auf Parties im Freien wird zum Höhepunkt der Party gerne LSD und zum Chill-Out MDMA genommen. Auch hier erfüllt MDMA die Funktion einer Entspannungsdroge. Die Landung nach dem LSD-Trip ist auf diese Weise im Allgemeinen von besonders zarten Empfindungen und sanften Gefühlen geprägt.

 

LSD und Speed (Amphetamin)

Der Mischkonsum von LSD und Speed ist bei weitem nicht so verbreitet wie der von Ecstasy und Speed, obwohl vom Wirkungsprofil diese Kombination weitaus mehr Sinn macht. Der LSD-Trip wird durch das Amphetamin in seiner Essenz nur marginal und nicht wesentlich beeinflusst, im Gegensatz dazu wird die Amphetamin-Wirkung vom LSD-Trip stark geprägt. Das Zusammenspiel der Substanzen bewirkt eine beschleunigte Wahrnehmung der durch das LSD geprägten Bilder (der Begriff Bilder ist hier sinnbildlich zu verstehen und beschränkt sich nicht nur auf optische Phänomene). Vor allem kann die durch das Amphetamin freigesetzte Energie weit besser in einen harmonischen Fluss gelenkt werden, als dies nach alleinigem Amphetamin-Konsum der Fall ist. Voraussetzung für ein positives Erleben dieser Wirkstoffkombination ist natürlich eine gute Verträglichkeit von LSD.

Übereinstimmend berichten die meisten Konsumenten, dass man die besten Ergebnisse erzielen könne, wenn man erst nach dem Einfahren des Trips (erst nach der vollen Entfaltung der LSD-Wirkung) die erste Nase nimmt.

Es soll hier jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass viele LSD-Konsumenten überhaupt kein Speed mögen und niemals von sich aus auf die Idee kämen, LSD und Speed zu kombinieren. Andererseits gibt es zahlreiche Speed-Konsumenten, die LSD meiden wie den Teufel. Leute, die gerne LSD und Speed kombinieren, zählen sowohl bei den LSD-Konsumenten als auch bei den Speed-Konsumenten zu einer eher kleinen Minderheit.

 

LSD und Crystal (Methamphetamin)

Wie bei LSD und Amphetamin erzielt man die besten Ergebnisse, wenn die Stimulans, in diesem Fall Methamphetamin, erst nach der vollen Entfaltung der LSD-Wirkung eingenommen wird. Entscheidet man sich hingegen erst nach dem Konsum von Methamphetamin, einen LSD-Trip zu nehmen, dann zeigt die Erfahrung, dass die Wirkungsdauer des LSD-Trips kürzer ist als gewöhnlich. Die Verkürzung der Wirkungsdauer macht etwa 30 Prozent aus. Die Erlebnisqualität wird ähnlich beschrieben wie bei der Kombination von LSD und Amphetamin. Doch betonen zahlreiche Konsumenten, dass die Wege der psychedelischen Reise mit Methamphetamin als Stimulans stringenter (bündiger, zwingender, logischer, strenger) sind als mit Amphetamin und die gewonnenen Eindrücke noch klarer und transparenter als mit Amphetamin.

Hinweis: Methamphetamin wirkt viel stärker als Amphetamin. Die meisten Konsumenten fühlen sich mit Dosierungen um die 20 Milligramm am besten bedient, wobei zumeist zwei Portionen von zirka 10 Milligramm im Abstand von einer halben Stunde geschnupft werden (1 Gramm ergibt 100 Linien à 10 Milligramm oder 50 Linien à 20 Milligramm). Dauerkonsumenten von Methamphetamin dosieren oftmals höher, bekommen dafür aber früher oder später oftmals Probleme sowohl psychischer als auch physischer Art aufgrund der Nebenwirkungen des Dauerkonsums. Auf lange Sicht hat man (qualitativ) weit mehr von der Substanz Methamphetamin, wenn man (quantitativ) weniger davon konsumiert.

 

LSD und Ketamin

LSD und Ketamin in Kombination wird sowohl im Party-Setting als auch im Rahmen psychonautischer Ausflüge gebraucht, wobei im Party-Setting Ketamin wesentlich niedriger zu dosieren ist als bei den rein psychonautischen Trips. Im Party-Setting wird Ketamin während der vollen LSD-Wirkung zur plastischen Aufhellung oder Intensivierung des LSD-Trips in Dosierungen zwischen 20 und 25 Milligramm nasal konsumiert (1 Gramm Ketamin ergibt 50 Portionen à 20 Milligramm oder 40 Portionen à 25 Milligramm, 1 Gramm Ketamin-HCL entspricht 867 Milligramm Ketamin-Base und 1 Gramm Ketamin-Base entspricht 1,153 Gramm Ketamin-HCL). Höhere Dosierungen sind im Party-Setting ungeeignet, da bei höheren Dosierungen das Reaktionsvermögen und die Artikulationsfähigkeiten eingeschränkt sind. Zudem werden bei höheren Dosierungen die Knie weich, das heißt, sitzen oder liegen ist angesagt.

Höhere Dosierungen von Ketamin für echte psychonautische Experimente werden vorzugsweise eher gegen Ende der LSD-Wirkung eingenommen, da die Landung von der Ketamin-Reise auf LSD von vielen Psychonauten als hart und manchmal recht unangenehm beschrieben wird. Wenn die LSD-Wirkung nahezu gleichzeitig mit der Ketamin-Wirkung ausklingt, fällt die Landung hingegen weicher aus und die Erholungsphase nach dem Trip wesentlich angenehmer und entspannter. Bei der Kombination von LSD und Ketamin in hoher Dosierung ist Ketamin das Hauptgericht und LSD die Würze.

Für junge und unerfahrene Drogenkonsumenten ist diese Kombination als ungeeignet zu bezeichnen, da man schon recht viel Erfahrung braucht, um die Eindrücke aus diesen Erlebniswelten gut verdauen zu können.

 

LSD und Zauberpilze

LSD und Psilocybin sind beides Substanzen, die sich an Serotonin-Rezeptoren festsetzen und dabei dem Gehirn ein höheres Serotonin-Aufkommen vorspiegeln. Untersuchungen des National Institute of Mental Health in den USA zeigten, dass beide Substanzen signifikant sowohl an gleichartigen als auch an unterschiedlichen Rezeptoren andocken. Personen, die über mehrere Wochen hinweg das Antidepressivum Fluoxetin (Prozac®, Fluctine®), einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, eingenommen hatten, berichteten, dass LSD (auch in sehr hohen Dosierungen) überhaupt nicht wirkte, Zauberpilze dagegen entfalteten ein völlig normales Wirkungsprofil. Demgegenüber verhinderte der Wirkstoff Sertralin (Gladem®, Zoloft®), ebenfalls ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, sowohl eine Wirkungsentfaltung bei LSD als auch bei den Zauberpilzen. Ein umgekehrtes Phänomen wurde bei dem ebenfalls als Antidepressivum eingesetzten Wirkstoff Lithium (Litarex®, Neurolithium®) beobachtet. Es trat eine verstärkte Wirkungsentfaltung sowohl nach der Einnahme von LSD als auch nach der Einnahme von Zauberpilzen ein. 36 *

LSD und Zauberpilze werden gerne gleichzeitig genommen, da sich die Effekte der beiden Substanzen nach den Erfahrungen vieler Konsumenten gut ergänzen. Vor allem für psychedelische Reisen in der freien Natur ist diese Kombination bei vielen, die auf weit führende außergewöhnliche Bewusstseinszustände Lust haben, sehr beliebt, da bei einem guten Setting die Wahrscheinlichkeit einer beglückenden ozeanischen Selbstentgrenzung sehr groß ist. Das heißt, mit dieser Wirkstoffkombination gelingt es vielen, die Grenze zwischen dem Ich und der Natur zu überwinden, energetisch im Fluss der kosmischen Energien zu verschmelzen und sich als integraler Teil der Natur zu erleben und zu empfinden. Voraussetzung hierfür sind natürlich optimale Bedingungen bezüglich Set und Setting.

 

LSD und Maprotilin

Maprotilin zählt zur Arzneistoffgruppe der tetrazyklischen Antidepressiva. Maprotilin besetzt im Gehirn verschiedene Bindungsstellen für Botenstoffe und verändert damit den Einfluss dieser Botenstoffe auf den Gehirnstoffwechsel. Insbesondere blockiert Maprotilin die Transportstoffe, die Noradrenalin nach erfolgter Signalübertragung wieder in die Speicherplätze der Nervenzellen im Gehirn zurückbefördern. Noradrenalin verbleibt dadurch länger am Wirkort und seine Wirksamkeit steigt an. Maprotilin hemmt jedoch nicht die Wiederaufnahme von Serotonin wie die trizyklischen Antidepressiva. Maprotilin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament und wird in Deutschland unter folgenden Markennamen im Handel vertrieben: Aneural®, Deprilept®, Ludiomil®, Mapro-GRY®, Maprolu®, Maprotilin-ratiopharm®, Mirpan®, Psymion®.

Konsumenten, die mit LSD in Kombination mit Maprotilin experimentierten, sagen übereinstimmend, dass man im Allgemeinen wesentlich bessere Ergebnisse erzielen könne, wenn man Maprotilin zeitlich vor und nicht erst nach dem LSD einnehme. Nimmt man etwa vier bis fünf Stunden vor dem LSD eine Kapsel oder Tablette mit 50 Milligramm Maprotilin, verstärkt sich die LSD-Wirkung merklich, wobei vor allem der visionäre Aspekt des Trips an plastischer Intensität gewinnt. Die Folge der Assoziationen zu den einzelnen Bildern läuft langsamer ab als nach einer alleinigen LSD-Einnahme und ist weniger wechselhaft. So fällt es leichter, länger bei einem "Bild" zu verweilen und dies geruhsam auf sich einwirken zu lassen. Der durch diese Kombination induzierte Wahrnehmungszustand bewirkt bei Konsumenten nicht selten eine vertiefte visionäre Umstrukturierung, wobei Außenwelt, Vision und das eigene Ich als voneinander unabhängige Einheiten erlebt werden, ganz im Gegensatz zur Kombination von LSD mit Zauberpilzen, wo oftmals ein völliges Verschmelzen von Außenwelt, Vision und Ich erlebt wird. Da dieses Verschmelzen, das man auch ozeanische Selbstentgrenzung nennt, durch die Kombination von LSD und Maprotilin nicht induziert wird, scheint bei dieser Kombination die Gefahr einer angstvoll erlebten Ich-Auflösung geringer zu sein als nach alleiniger LSD-Einnahme.



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28
Vergl.: Grün-alternatives Jugendbündnis: Erleben von LSD (Die LSD-Broschüre), Frankfurt a. Main 1998, S. 3
http://www.zauberpilz.com/lsd/gruene/lsd.htm
29
DOC Dosage by Erowid
https://www.erowid.org/chemicals/doc/doc_dose.shtml
30
Daniel Trachsel, Nicolas Richard: Psychedelische Chemie, Solothurn 2000, S. 112 und 114.
31
Saferparty: LSD-Auswertung 2019
https://saferparty.ch/tl_files/images/download/file/aktuelles%202020/LSD_Auswertung_2019.pdf
32
ALD-52 – LSD Analog / RC Psychedelikum (Substanzinfo)
http://neuepsychoaktivesubstanzen.de/ald-52/
33
AL-LAD – Legale LSD Alternative & Psychedelisches Research Chemical
http://neuepsychoaktivesubstanzen.de/al-lad/
34
Wikipedia: 1P-LSD
https://en.wikipedia.org/wiki/1P-LSD
35
Simon D. Brandt et al.: Return of the lysergamides. Part VI: Analytical and behavioural characterization of 1‐cyclopropanoyl‐d‐lysergic acid diethylamide (1CP‐LSD), in: Drug Testing Analysis Volume 12, Issue 6, June 2020, Pages 812-826
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/dta.2789
36
K. Bonson (2001): The Interactions between Hallucinogens and Antidepressants (Forschungsstudie des National Institute of Mental Health), Bethesda, Maryland
http://www.erowid.org/chemicals/maois/maois_info4.shtml