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Was?Tun!
Konkrete Erste-Hilfe-Tipps bei Drogenproblemen

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Streckmittel und Wirkstoffgehalt

Bei jeder illegal erzeugten Droge gehst Du bei Kauf und Einnahme zwei Risiken (außer dem Risiko durch die Droge selbst) ein:

  1. Die Droge ist gestreckt, also mit manchmal sehr giftigen Stoffen »verlängert«.
  2. Die Droge enthält herstellungsbedingte Verunreinigungen, wie z.B. Pflanzenschutzmittel, die ebenfalls sehr giftig sein können.

Natürlich kann auch beides der Fall sein.

Bei Haschisch und Marijuana war die Wahrscheinlichkeit gefährlicher Streckmittel für Kenner gleich null, da dies die einzigen Substanzen sind, bei denen das Panschen vom Käufer via Augenschein und Rauchtest sehr schnell erkannt werden kann. Aber in neuerer Zeit wurden in Marijuana u.a. Talkum-Beimischungen gefunden. Auch mit Schuhcreme gefärbtes Haschisch kam schon vor – Vorsicht beim Inhalieren solcher Beimischungen!

Hier einige Ergebnisse, die Analysen im Auftrag der »Drug-Checker« von »Eve & Rave« ergaben:
Ecstasy: Über 90% der Pillen, die auf dem Schwarzmarkt kursieren, enthalten ausschließlich den Wirkstoff MDMA. Die herstellungsbedingten Verunreinigungen liegen, gemessen am Wirkstoffgehalt, in seltenen Fällen bei bis zu 1,0%. Diese Verunreinigungen beeinträchtigen weder den Genuß noch die Gesundheit der Konsumenten. Etwa 5% der Pillen enthalten MDE, MDA oder Kombinationen von MDMA, MDE und /oder MDA. Auch hier ist es bislang zu keinerlei Problemen gekommen. [] Die restlichen 5% sind entweder mit Speed gestreckt oder enthalten andere Substanzen wie PMA, PMMA oder m-CPP. Solche Ecstasy-Falsifikate sind das größte Problem und die Hauptursache für die Notwendigkeit medizinischer Intervention. PMA und PMMA gelten als lebensgefährlich und führten in Folge des Konsum schon öfters zu Todesfällen. Ein großes Problem stellt die Dosierung dar, da sie stark schwankt. Siehe hierzu:
www.eve-rave.net/abfahrer/download/eve-rave/dc112.pdf

LSD: Mit zwei Ausnahmen enthielten alle zur Analytik gebrachten LSD-Proben nur den Wirkstoff LSD. Dosierung zwischen 50 und 250 Mikrogramm. Die beiden Ausnahmen enthielten den Wirkstoff DOB.

Kokain in reiner Form ist (eher selten) auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Im Schnitt enthält die Importware 84% Kokain-HCL, was einem Basenanteil von 75% entspricht. Im Schnitt wird Kokain dann zu 50% weiter gestreckt. Straßenkokain enthält im Schnitt 40% Kokain-HCL. 28% der Proben (2004) waren mit Lidocain und 2% mit Procain verschnitten. Diese Mischungen können bei intravenöser Applikation zu ernsthaften bis tödlichen gesundheitlichen Folgen führen. Etwa 2% der »Drogentoten« starben (2004 in Deutschland) aufgrund ihres Kokainkonsums, wobei hier der Anteil der Crack-Konsumenten sicherlich die Mehrheit ausmacht. Dagegen starben etwa 10% der »Drogentoten« an einer Mischung aus Kokain und anderen Mitteln. Hier spielt Lidocain eine große Rolle. In Berlin lag dieser Anteil sogar bei 31%.

Amphetamin: Speed ist die am meisten gestreckte Droge. Wirkstoffgehalt in 2004: 10,0% Amphetamin-HCL = 7,9% Amphetamin-Base. 73% der Proben sind mit dem Zusatzstoff Koffein, 1,3% mit Paracetamol gestreckt. Verschnittstoffe (Stoffe ohne pharmakologische Wirkung) waren am häufigsten Lactose (55%), Glucose (8%), Mannit (4%) u.a.m.

Methamphetamin: Wird meist in kristalliner reiner Form angeboten. Methamphetamin ist eher selten gestreckt.

Heroin: Der durchschnittliche Heroingehalt hat sich in Deutschland seit 2002 im Straßenhandel etwa verdoppelt und liegt derzeit bei 20% (im Großhandel bei knapp 50%) – in der Schweiz liegt der Heroinanteil im Straßenhandel seit Jahren jedoch wesentlich höher. Das große Problem ist die Schwankung der Wirkstoffkonzentration. Ein Drittel der 1.385 sog. »Drogentoten« 2004 in Deutschland (2005 = 1.284) starben an einer Überdosis Heroin, weitere 22,5% an einer Mischung von Heroin und anderen Drogen, wobei auch hier oftmals Überdosierung eine maßgebliche Rolle gespielt haben kann.



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